Höchst gefährlich!

Veronika heißt die junge Mutter auf dem Bild die in ihrer Schwangerschaft plötzlich ein dickes, schmerzhaftes Bein bekam. Die Ursache, ein tiefer Verschluss der Bein- und Beckenvenen ist hier in Malawi sehr viel seltener als in Deutschland, aber nicht minder gefährlich! Schnell kann es zur Lungen-Embolie und damit zum Versterben von Mutter und Kind kommen. Deswegen haben wir immer einen kleine Menge „Clexane“ aus Deutschland vorrätig. Veronika konnte sich die Spritzen schnell selber setzten und freut sich nun mit ihrem Mann über das neugeborene Baby.


Überraschende Wendung

In Malawi gibt es keine generelle, verpflichtende Krankenversicherung und am St. Gabriel´s Hospital müssen die Patienten einen kleinen, bei weitem nicht kostendeckenden, Beitrag leisten. Auch diese geringen Beträge stellen manchmal ein großes Problem dar, insbesondere wenn es sich nicht um Ausgaben in Zusammenhang mit der Lösung eines dringenden, großen Problems handelt, z. B. für Versorgemassnahmen wie Krebsabstrich oder Gewebeentnahme. Auch der u.U. unendlich lange Krankenhaussaufenthalt von Mutter und Kind(dern) bei Frühgeburten führt die Menschen hier immer wieder an die Grenzen ihrer Unterstützungs-Systeme, wie z.B. in dieser Geschichte: Die junge Mutter lebt ca. 30km weit weg, für uns hört sich das nicht viel an aber hier ist das ein voller Tagesmarsch oder eine teure Fahrt mit dem Motorad-Taxi! Sie kommt zu uns weil der Bauch dieser Schwangerschaft schneller wächst als sie das von den vorhergehenden kennt.

 

Wir stellen eine Drillings-Schwangerschaft fest!

 

Das bedeutet sie muss bei uns am Krankenhaus bleiben, ihre Mutter muss kommen und Verpflegung und Kochgeschirr und Waschmittel und Feuerholz mitbringen (Wasser und ein Dach über dem Kopf – aber auch nicht mehr- wird vom Krankenhaus kostenlos zu Verfügung gestellt). Beide fallen als Arbeitskräfte und für die Versorgung der weiteren Kinder zu Hause aus! Um den drei Kindern unter den hiesigen Umständen einigermaßen reale Überlebens-Chancen zu bieten sollten sie jeweils wenigstens 1200g Geburtsgewicht und die 32. Schwangerschaftswoche erreicht haben. Leicht drohen bei solch kleinen Frühgeborenen Atemprobleme die wir hier mit dem Einsatz sog. „CPAP-Beatmungs-Maschinen“ ganz gut behandeln können – aber wir haben nur zwei dieser Maschinen, die auch funktionieren. Meine Anfrage im großen Zentral-Krankenhaus in der Hauptstadt Lilongwe ob ich denn die noch schwangere Mutter verlegen dürfte, da ja jederzeit die Geburt drohen könne und dann das Risiko der Verlegung der instabilen Frühgeborenen sehr hoch sei wurde abschlägig beantwortet: Kinder-Intensiv-Station ist voll. Also bleibt die junge Frau über vier Wochen bei uns, sie ist sehr geduldig und tapfer, erträgt klaglos all die körperlichen Probleme, die mit solch einer ungewöhnlichen Situation einhergehen. Bald wird auch sichtbar, dass sie selber nicht wirklich genug zu essen bekommt und wir können sie dahingehend unterstützen.

Am 10. Juli ist es dann auf einmal so weit: sie bekommt unstillbare Wehen und ist etwa in der 31. Schwangerschaftswoche. Da sie so lange bei uns war haben wir sie und ihre Kinder mit allem was uns zur Verfügung steht auf diese Situation vorbereiten können, z.B. durch die Gabe von Cortison um Atemproblemen vorzubeugen. Marina, Martin und Jakob kommen mit einem Geburtsgewicht zwischen 1150 und 1300g zur Welt und brauchen unsere CPAP-Beatmungsmaschinen gar nicht. Nach zwei Tagen auf dem Holzbrett, das hier die Kinder-Intensivstation darstellt, können alle drei auf die „Päppelstation“ (hier wird sie Kangaroo-Mother-Care genannt) verlegt werden und die Mutter ist auch sehr schnell fit, kann selber entlassen werden und sich damit intensiv um die Kinder kümmern.

 

Alles gut!?

Zehn Tage nach der Geburt finden wir ihr Bett auf der „Päppel-Station“ leer vor: Mutter und alle drei Kinder, die noch nicht einmal ihr Geburtsgewicht wieder erreicht haben, sind verschwunden. Unsere Freiwillige aus Luxemburg, sie ist ausgebildete Hebamme, setzt alle Hebel im Bewegung um heraus zu finden was passiert ist: offensichtlich hatte die frisch gebackene Oma weder Natural-Verpflegung noch Geld mehr um ihre Tochter weiterhin am Krankenhaus zu verpflegen und daher haben sich Mutter und Tochter mitsamt der drei Frühgeborenen in einer Nacht- und Nebel Aktion dorthin begeben, wo es etwas zu essen gab: nach Hause. Wir konnten sie ausfindig machen, die Familien- und Dorf-Ältesten wurden eingeschaltet, sie haben die junge Mutter und die Drillinge zurück ins Krankenhaus gebracht und versprochen für die Verpflegung der Mutter zu sorgen. Also verspreche ich auch die Krankenhaus-Rechnung der Drillinge zu bezahlen. So blieb sie dann nochmal drei Wochen da und alle Kinder konnten mit ca. 2kg Gewicht regulär entlassen werden


Bericht zur Verwendung von Spenden an das Konto „Frauenheilkunde“ der Zitha-Stiftung:

Die großzügigen Spenden haben uns bislang folgendes ermöglicht:

 

  • ·      Chirurgisches Instrumentarium für Kaiserschnitte……………….. 
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  • ·      Geburtshilfliches Phantom zur Ausbildung und Anleitung ........ 
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  • ·      Spezifische Medikamente (Clexane, E² Creme, Pessare etc.)
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  • ·      Direkte Hilfe durch die Zahlung von Patienten-Gebühren etc…   

Besuch im South Ruanga National Park in Zambia

Mit unseren Kindern Margret und Alwin brachen wir im März 2017 zu einer Safari ins benachbarte Zambia auf. Der „South Ruanga National Park“ ist mit seiner (nach der Regenzeit) dichten Flora, dem majestätischen Fluß und den scheuen Elefanten ein sehr beeindruckendes Reiseziel!

 

Impressionen: