WARNUNG: diese Seite ist für Medizin-Personal gedacht, es werden medizinische Ausdrücke genutzt und Begebenheiten beschrieben, die u.U. nicht allgemein verständlich sind!


Charity Kampingo

Ein Charakteristicum der Medizin in armen Ländern ist die Tatsache, dass wir Patienten erst in Stadien ihrer Erkrankung (oder was wir dafür halten) empfangen, die für jemanden der nur in entwickelten Ländern Medizin betrieben hat schier unglaublich ist.

Charity Kampingo ist solch ein Fall:

Sie erwartete ihr viertes Kind und bemerkte ungewöhnliche Schmerzen wenn das Kind sich bewegt, bevor sie Ende Februar zu uns in St. Gabriel´s Hospital nach Namitete kam.  So etwas kannte Sie von den vorhergehenden Schwangerschaften nicht und es störte sie so sehr, dass sie des Nachts kaum schlafen konnte.

Sie erwartete keine Schwangerschafts-Komplikationen und so schickte sie der diensthabende Clinical Officer, die Eintragungen ins Medical Book zeigen es, zunächst wegen Abdomineller Beschwerden zum Ultraschall.

Dr. Peter Nitschke, unser Internist, sah eine wolkenartige Tumormasse und einen lebenden Feten, ca. 1,7 kg schwer und ca. 31 Schwangerschaftswochen alt.

Tasächlich! Nachdem wir zusätzlich noch die völlig leere Gebärmutter in kleinen Becken haben darstellen können war die Diagnose klar:

 

Eine lebende Abdominal-Schwangerschaft in der 31.SSW! Eine sehr seltene Situation: statt, wie üblich, innerhalb der Gebärmutter, hat sich hier eine befruchtete Eizelle ausserhalb der Gebärmutter eingenistet und zu einem voll lebensfähigen ungeborenen Baby weiterentwickelt. Die Plazenta bekommt in diesem Fall ihre Blutversorgung über den linken Eierstock.

Der Film zeigt die wichtigsten Phasen der Operation: Den Bauchschnitt, die Entwicklung des Babys, das Hervorholen der Plazenta und den Beginn der Entfernung des linken Eierstocks zusammen mit der Plazenta.

Nach einigen Tagen der Erholung und der Gewichtszunahme des Babys konnten Mutter und Kind wohlbehalten nach Hause entlassen werden.